Natur und Kultur: So vielfältig ist die Eifel

Das Symposium des Naturparks Nordeifel brachte Akteure unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen


Prüm, 15. Januar 2016: Über 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Tourismus, Forst und Naturschutz sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Naturparks Nordeifel e.V. und des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. am vergangenen Mittwoch gefolgt und fanden sich im Konvikt in Prüm zum ersten großen Naturpark-Symposium ein.


Verbandsbürgermeister Aloysius Söhngen freute sich über die zahlreichen Anmeldungen und die positive Resonanz: „Die Teilnehmerzahl zeigt, dass der Naturpark mit dem Thema „Landschaft: Natur und Kultur“ einen Nerv getroffen hat.“


Dass unser heutiges Landschaftsbild durch die über Jahrhunderte währende Nutzung des Menschen geprägt ist, wurde spätestens während der abwechslungsreichen Vorträge deutlich. So erläuterte Prof. Dr. Laux von der Universität Trier als Einstieg in den interessanten Tag die historische Entwicklung der Eifel. Schnell wurde ersichtlich, dass die Eifel politisch gesehen nie eine Einheit darstellte, sondern den unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt war.


Edgar Kiewel, Dorferneuerungsbeauftragter und Mitarbeiter des Eifelkreises Bitburg-Prüm, stellte die regionale Baukultur im Eifelkreis vor. Ebenso wie die Wälder und Wiesen sind die Eifeldörfer und baulichen Denkmäler ein essentieller Bestandteil der heimischen Kulturlandschaft und des Naturparks. Hierbei ging Herr Kiewel nicht nur auf die Abtei Prüm oder verschiedene historische Wohngebäude ein, sondern auch auf den Westwall als bedeutendes Flächendenkmal im Naturpark Nordeifel. Der Erhalt des Kulturellen Erbes ist daher eine Aufgabe, die gemeinsam angegangen werden müsse. Er verwies außerdem auf die Ausstellung „Baukulturpreis Eifel 2015“, die im Rahmen des Symposiums präsentiert wurde und die noch innerhalb der nächsten zwei Wochen im Konvikt besichtigt werden kann.


Während Drs. Peter Burggraaff von der Universität Koblenz-Landau den Fokus auf die historische Kulturlandschaft legte, veranschaulichte Wolfang Schumacher, emeritierter Professor der Universität Bonn, anhand zahlreicher Bilder die Biologische Vielfalt im Naturpark. „Denn die Wechselwirkung zwischen Natur und Kultur hat in der Eifel ganz besondere Lebensräume geschaffen, die oftmals zu wertvollen Biotopen für zahlreiche geschützte Tiere und Pflanzen führten und die zur Erhaltung der Artenvielfalt der stetigen Pflege bedürfen“, so Schumacher. Insbesondere hob er die artenreichen Kalkmagerrasen in der Kalkeifel, die Narzissenwiesen im Perlenbachtal und Fuhrtsbachtal, die Bärlauch-Buchenwälder in der Schönecker Schweiz sowie die naturnahen Auen- und Bruchwälder bei Knaufspesch hervor. Peter Wind, Leiter des Forstamtes Prüm, stellte im Anschluss die Bedeutung, Entwicklung sowie die unterschiedlichen Nutzungsansprüche der Wälder mit den daraus resultierenden Konflikten heraus.


Der letzte Vortragsblock war den Handlungsfeldern Umweltbildung und Regionalentwicklung gewidmet. Annette Hoeft animierte die Tagungsteilnehmenden zur Mitarbeit, um die Ziele der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ zu verdeutlichen. Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, präsentierte abschließend das neue Marketingkonzept „Standortmarke Eifel“ zur Stärkung des regionalen Wir-Gefühls, welches derzeit noch den letzten Feinschliff erhält, bevor es Anfang März der allgemeinen Öffentlichkeit vorgestellt werden wird.


„Mit dem Symposium wollen wir den Austausch von Akteuren unterschiedlicher Fachrichtungen anregen, die Menschen für die Besonderheiten und Charakteristika unserer Naturparkregion aufmerksam machen und Denkanstöße geben, wie wir gemeinsam unsere typische Eifler Landschaft weiterentwickeln können“, so Anne Stollenwerk, Geschäftsführerin des Naturparks Nordeifel. Und das ist mehr als gelungen, stellten alle Teilnehmenden abschließend fest.


Zahlreiche angeregte Gespräche brachten auch in den Pausen potentielle Projektpartner zusammen. „Weitere Aktionen oder auch Projekte mit dem Naturpark Nordeifel kann ich mir sehr gut vorstellen“, bekundete somit Prof. Dr. Horn als Vorsitzender des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. Frau Weinandy, Bürgermeisterin der Stadt Prüm und Vorsitzende des Eifelvereins, zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Ich danke dem Naturpark, dass er diese Veranstaltung in Prüm organisiert und durchgeführt hat.“

Naturpark Nordeifel e.V.

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